Dieser Brief ging heute raus, in der Hoffnung auf Veränderung. Bitte verteilt und teilt ihn gerne weiter!

                                                                                                   16. Februar 2021

 

Sehr geehrte/ geehrter...

Kerstin Vieregge, Armin Laschet, Jens Spahn, Hubertus Heil, BDY,

liebe Kolleg*innen,

 

ich wende mich heute mit einer Bitte an Sie. Ich bin selbstständige Yogalehrerin BDY/EYU. Mit der Entscheidung diesen Beruf auszuüben,ist es mir heute möglich,einen Teil zur Erhaltung der Gesundheit der Menschen beizutragen.Die aufgrund der Corona-Pandemie angeordneten staatlichen Maßnahmen verbieten mir, seit nun mehr 16 Wochen, zu arbeiten. Meine Teilnehmer*innen fragen seit Wochen wiederholt nach, wann sie in meinen Unterricht oder zu einem Einzelcoaching kommen dürfen. Für sie und für mich, ist es nicht nachvollziehbar, warum z.B. Physiotherapeuten mit einem Menschen im Raum arbeiten dürfen und ich als Yogalehrerin nicht.

Dabei ist eine Berücksichtigung der Hygiene-und Abstandsregeln selbstverständlich. Die einzige Erklärung ist die Fehleinschätzung der Politiker*innen was den Yoga angeht.

Wir werden dem Sport zugeordnet und nicht der Gesundheit. Dies ist mir und vielen Kolleg*innen unverständlich.

 

Yoga ist ein ganzheitlicher Übungs-und Erfahrungsweg, der sich mit der körperlichen, emotionalen und geistigen Ebene des Menschen beschäftigt. Grundlage ist ein differenziertes Konzept mit physiologischen, philosophischen und psychologischen Methoden. Yoga-Kurse sind als Leistungen zur individuellen verhaltensbezogenen Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V im Bereich Förderung von Entspannung (palliativ-regeneratives Stressmanagement) von der Zentralen Prüfstelle anerkannt und werden von den Krankenversicherungen bezuschusst. Die Präventionskurse dienen der Verbesserung des Gesundheitszustandes und Verhaltens der Teilnehmenden. Ihrer Zielsetzung nach sind sie gesundheitsfördernde Leistungen, die Krankheitsrisiken verhindern und vermindern sowie das selbstbestimmte gesundheitsorientierte Handeln und Wissen fördern soll.

Die Yoga-Lehrtätigkeit ist eine unterrichtende Tätigkeit, die darauf abzielt,die eigenen Gesundheitskompetenzen und Ressourcen zu stärken und den physischen und psychischen Spannungszuständen vorzubeugen bzw. diese zu reduzieren.

Yogalehrende unterrichten überwiegend in eigenen Yoga-Studios oder angemieteten Räumlichkeiten, die ausschließlich von den Übenden einer Gruppe zu einer bestimmten Zeit genutzt werden. Ein darüberhinausgehender Publikumsverkehr findet nicht statt. Entsprechend der Größe der Räume könnendieYogalehrenden die Teilnehmerzahlen der Yoga-Kurse individuell anpassen, um die Einhaltung der erforderlichen Mindestabstände sicherzustellen und die gebotenen Hygieneregeln umzusetzen. Ebenso ist das Angebot von Einzelunterricht unter Beachtung der Abstands-und Hygieneregeln möglich.

Der Berufsverband für Yogalehrende BDY hat sich in einem Schreiben am 4.2.2021 ebenfalls an die Politik gewandt. Mit folgender Forderung, der ich mich hiermit anschließen will:

Ein Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefs und -chefinnen der Länder vom 19. Januar 2021 sieht vor, dass nach dem 14. Februar eine Arbeitsgruppe ein Konzept für eine sichere und gerechtere Öffnungsstrategie erarbeitet. Der BDY appelliert in seinem Brief dafür, im Rahmen dieser Beratungen Yogalehrende zu berücksichtigen. Nach Ansicht des Verbandes muss es den Yogalehrenden als AnbieterInnen von Präventionskursen und Dienstleistern im Gesundheitswesen gestattet werden, so zeitnah wie möglich unter strikter Beachtung der Hygiene-und Abstandsregeln wieder Yoga zu unterrichten. Eine länger andauernde Unterbrechung der Präventionskurse wirkt sich nachteilig auf die Gesundheit der Teilnehmenden und Versicherten aus.

Ich hoffe es wird aus diesem Schreiben deutlich,dass der Yoga nicht mehr dem Sport und damit der Freizeitgestaltung zugeordnet werden darf. Yoga ist gesundheitsrelevant!

Im Sinne einer Gleichbehandlung mit ähnlichen Arbeitsfeldern wie Physiotherapie und der Lockerung für dieFriseurbetriebe wünsche ich mir ausdrücklich, dass auch wir Yogalehrenden wieder die Möglichkeit bekommen, unsere Praxen zu öffnen.

Mit freundlichen Grüßen,

Tina Jungblut

(Yogalehrerin BDY/ EYU)